Stadtmuseum Simeonstift Trier

Der beste Ort für ein Museum ist doch dort, wo der Ort selbst für eine lange Geschichte steht. So auch im Simeonstift direkt neben der Porta Nigra in Trier. Fast 1.000 Jahre alt sind die Mauern des Museums.

 

Das Museum selbst ist viel jünger. Vor allem ist es frisch renoviert und bietet rund 900 Ausstellungsstücke aus 2 Jahrtausenden der spannenden Trierer Stadtgeschichtefür die Stadt und auch VON Bürgern der Stadt. Die Ausstellungsstücke sind größtenteils Schenkungen von Trierer Bürgern, die ihre Stadt wohl sehr mögen müssen.

Ganz weit unten findet man Überreste der Trierer Stadmauer. Erst im 19. Jahrhundert wuchs die Stadt über ihre Mauer hinausdoch die Mauer blieb stehenvorerst. 1820 wurde nämlich die Mahl- und Schlachtsteuer eingeführt und die galt es, an den Toren der Stadt zu entrichten. Die Besteuerung der Back- und Fleischwaren war die Haupteinnahmequelle der Stadt. Bilder aus jener Zeit und den Jahren danach werden auf einer Leinwand gezeigt, während nebenan Figuren starr und unbewegt trotzdem von ihrer bewegenden Geschichte kunden lassen.

 

Aus dem 14. bis hin zum 19. Jahrhundert stammen etliche Gemälde und Skulpturen, die sowohl von Trierer Künstlern als auch von Kreativen Kurtriers geschaffen wurdeneinem von 7 Fürstentümern, die früher zum Heiligen Römischen Reich deutscher Nation gehörten. Viele Barockbilder werden hier in moderner, kühler Kulisse ausgestelltaber auch viele Leinwände von Malern des 19. Jahrhunderts, wie Johann Paul Kraus oder Anton Joseph Dräger. Das Museum wurde von seit 2004 für 4 Jahre lang umgebaut – und auch erweitert. 1000 m² Ausstellungsfläche hat man nun in der ehemaligen Klosteranlage.

Modern präsentiert werden auf mehreren Ebenen Bilder aus der Stadt und auch ihr Bezug zur Geschichte. Die Stadt wurde hier in klein nachgebaut und rumherum versammeln sich Austellungsstücke aus der Kirchengeschichte, aber auch aus der Weimarer Republik oder den Jahren unter französischer Herrschaft. 1794 wurde nämlich der Rhein zur Grenze Frankreichs und Trier gehörte fortan zum Department Saar und war dessen Hauptstadt. So erhielt man aber auch den Zugang zu den französischen Märkten, was heute in der EU selbstverständlich ist. Der Wirtschaft begann zu florieren und Frieden hielt für einige Zeit Einzug.  

 

Besonders reich waren die Bürger freilich auch zu der Zeit nichtrichtig prunkvoll ausgestattet waren die wohlhabenderen Bürger in den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Hauptsächlich aus dieser Zeit stammen die stilvollen Kleidungsstücke, die unterm Dach ausgestellt sind. Außerdem kann man hier auch typische Trachten aus der Region sehen.

 

Doch das ganz normale Leben des breiten Volkes wird hier natürlich auch hervorgehoben: Wirtschaft, Handwerk, Sport. Hier sieht man Ausstellungsstücke bekannter Marken der Region, Möbel aus der Stadt, die auch in anderen Städten stehen könnten, Bilder, Postkarten, kleine Utensilien. Alt und historisch – aber vor lebhaft-gelbem Hintergrund präsentiert. Hier dreht sich alles um das einfache Leben in der Stadt.

Auch Religionen haben hier eigene Fläche – denn die bekannt-katholische Stadt hatte vor allem in der Vergangenheit mehr religiöse Vielfalt: hier wird von Juden und Muslimen erzählt.

 

Informativ, aber auch entspannend kann der Besuch des Stadtmuseums sein – seine Mauern erzählen von langer Geschichte und umgeben einen Innenhof, der neben der Gastronomie auch wechselnde Musik- und Kulturveranstaltungen bietet. Wo sonst kommen auch so viele Touristen vorbei wie hier direkt neben der Porta Nigra und der Stadtinformation. Benannt ist der Simeonstift nach einem Mönch, der im Jahr 1028 als Einsiedler in die Porta Nigra einzog und sich dort angeblich einmauern ließ. Nach seinem Tod wurde er im Keller begraben und schon an Weihnachten des gleichen Jahres heilig gesprochen. Zu seinen Ehren baute man hierher das Kloster. Auf die Porta Nigra, wie sie heute wieder aussieht, baute man damals eine Kirche.

Das Stadtmuseum ist hier erst seit 1945 angesiedelt. Neben den etlichen Sammlungsstücken aus der Stadt, die hier dauerhaft zu sehen sind, werden auch Sonderausstellungen organisiert, die sich dann für eine bestimmte Zeit nur einem einzigen Thema widmen.

 
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