| Wasser schießt aus dem Boden - der Geysir in Andernach |
|
Damit die Besucher das Thema ,,Geysir” erst mal näher kennenlernen, können sie sich erst mal in der Erlebniswelt umschauen und einiges selbst ausprobieren. Nachdem wir in einen Fahrstuhl geschleust werden, fahren wir virtuell in 4000 Meter Tiefe. Es geht hier natürlich nicht wirklich 4 km nach unten, aber das Museum will uns die Atmosphäre vermitteln. Denn von hier unten sprudelt das CO2, das ursprünglich von Vulkanen kam. Explosiv wird es erst, wenn sich das Kohlenstoff-Dioxid mit Wasser vermischt. Im Mitmach-Museum kann man einiges ausprobieren. Der Besucher wird hier in die Sicht eines CO2-Moleküls versetzt. Ja, richtig gehört. Stellen Sie sich einfach mal vor, Sie sind so ein Bestandteil des Kohlenstoff-dioxids. Beim Rundgang durch das Museum sehen Sie dann, welchen Weg ein CO2-Molekül zurücklegt – vom Erdinneren bis zur Oberfläche, aus der dann der Kaltwasser-Geysir sprudelt.
Fast immer klappt es, dass der Geysir alle 120 Minuten sprudelt. Theoretisch könnten wir aber auch Pech haben, denn in seltenen Fällen ist die Fontäne auch mal unpünktlich. Noch ist aber alles trocken und wir scheinen Glück zu haben. Die Touristen stellen sich rund um den Schacht auf und bereiten ihre Foto-Kameras vor. Die Flüssigkeit ist eigentlich nicht gefährlich, aber sollten Tropfen auf die Objektive der Kameras kommen, dürfen sie nur mit Wasser abgewischt werden, da die vulkanische Flüssigkeit im Wasser die Objektive zerkratzen kann. Nach wenigen Minuten des Wartens beginnt der 350 Meter tiefe Brunnen dann zu sprudeln. Der Schacht läd sich langsam auf. Wenn dann ein Druck von 35 bar erreicht ist, vergrößern sich die Gasblasen durch die Druckveränderung und das Wasser beginnt, für einige Minuten in die Höhe zu schießen. Das Gas will entweichen und reißt das Wasser mit nach oben. Wenn nach rund 10 Minuten die Gase entwichen sind, beginnt der 2-stündige Zyklus von vorne.
Das Naturphänomen, bei dem man mit Bohrungen etwas nachhelfen musste, bringt zunehmend Besucher in die Stadt am Rhein. Lange hat es gedauert, bis es soweit war. Der Geysir lag jahrzehntelang brach. Seit den 50ern war seine Austrittsstelle verschlossen. Seit 2009 ist die 3. Öffnung zugänglich und Touristen werden mit dem Schiff hierher gebracht. Schiff für Schiff können die Besucher die ungewöhnliche Kohlensäure-Dusche begeistert anschauen. Sollte sich daran mal etwas ändern, kann man also in unmittelbarer Nähe den nächsten Schacht freibohren. Der Geysir in Andernach wird in der Zukunft lange eine Attraktion bleiben – mit einer sehr alten Geschichte, die auf die Vulkane zurückzuführen ist.
• Zukunft unserer Energie: woher wird unser Strom in Zukunft kommen und was werden wir in Rheinland-Pfalz damit machen? Special |



Nun
Was