Wasser schießt aus dem Boden - der Geysir in Andernach

In Andernach sprudelt das CO2 eines Vulkans aus einem Kaltwasser-Geysirdem größten der Welt! Mittlerweile ist das Naturschauspiel auch für Touristen zugänglich.

Eine riesige Fontäne gibt es hier. Die Stadt am Rhein verfügt über den größten Kaltwasser-Geysir der Welt. Jahrzehntelang war er zugeschüttet. Der Geysir sprudelt bis zu 60 m hoch und steht damit im Guinness-Buch der Rekorde. Wieso gibt es gerade hier dieses außerordentliche Phänomen?Weil wir in der Nähe der Vulkaneifel sind und der Boden hier CO2 enthält - Kohlendioxid, wie wir es landläufig nennen. Wenn man an den richtigen Stellen bohrt, dann blubbert´s.

 Damit die Besucher das Thema ,,Geysir” erst mal näher kennenlernen, können sie sich erst mal in der Erlebniswelt umschauen und einiges selbst ausprobieren. Nachdem wir in einen Fahrstuhl geschleust werden, fahren wir virtuell in 4000 Meter Tiefe. Es geht hier natürlich nicht wirklich 4 km nach unten, aber das Museum will uns die Atmosphäre vermitteln. Denn von hier unten sprudelt das CO2, das ursprünglich von Vulkanen kam. Explosiv wird es erst, wenn sich das  Kohlenstoff-Dioxid mit Wasser vermischt.

Im Mitmach-Museum kann man einiges ausprobieren. Der Besucher wird hier in die Sicht eines CO2-Moleküls versetzt. Ja, richtig gehört. Stellen Sie sich einfach mal vor, Sie sind so ein Bestandteil des Kohlenstoff-dioxids. Beim Rundgang durch das Museum sehen Sie dann, welchen Weg ein CO2-Molekül zurücklegtvom Erdinneren bis zur Oberfläche, aus der dann der Kaltwasser-Geysir sprudelt.

Nun gehts also auf den Rhein. Ein ganzes Schiff voller Leute will sehen, wie das Wasser auf der Erde schießt. Kein Wunderwird doch schon auf dem Schiff groß beworben, dass wir zum Größten seiner Art fahren. Von der Stadt am Rhein legen wir nun ab und fahren etwa einen Kilometer fluss-abwärts. Es geht in ein Naturschutzgebiet am Namedyer Werth. Hier eine Touristenattraktion zu eröffnen, war nicht einfach. Es gab viel Kritik dafür. Dabei wird die Natur hier leider auch durch den Lärm der Bundesstraße gestört, die per Brücke direkt über das Naturschutzgebiet führt.

Fast immer klappt es, dass der Geysir alle 120 Minuten sprudelt. Theoretisch könnten wir aber auch Pech haben, denn in seltenen Fällen ist die Fontäne auch mal unpünktlich. Noch ist aber alles trocken und wir scheinen Glück zu haben. Die Touristen stellen sich rund um den Schacht auf und bereiten ihre Foto-Kameras vor. Die Flüssigkeit ist eigentlich nicht gefährlich, aber sollten Tropfen auf die Objektive der Kameras kommen, dürfen sie nur mit Wasser abgewischt werden, da die vulkanische Flüssigkeit im Wasser die Objektive zerkratzen kann.

Nach wenigen Minuten des Wartens beginnt der 350 Meter tiefe Brunnen dann zu sprudeln.

Der Schacht läd sich langsam auf. Wenn dann ein Druck von 35 bar erreicht ist, vergrößern sich die Gasblasen durch die Druckveränderung und das Wasser beginnt, für einige Minuten in die Höhe zu schießen. Das Gas will entweichen und reißt das Wasser mit nach oben.

Wenn nach rund 10 Minuten die Gase entwichen sind, beginnt der 2-stündige Zyklus von vorne.

Was würde passieren, wenn sich der Gas-Schlot verschiebt, zum Beispiel durch ein Erdbeben? Können wenige Zentimeter Verschiebung dann die Touristenattraktion vernichten? Sie können sie zumindest stören. Thorsten Lambertz vom Erlebniszentrum erzählt uns, dass man sich nicht auf den Tag freut, an dem der Schlot nach einem leichten Erdbeben einfach verrutscht ist und die Besucher keine Fontäne mehr sehen können. Leichte Erdbeben gibt es in der Region um Andernach ständig. Da die Kohlenstoff-Dioxid-Vorkommen hier aber überall im Boden vorhanden sind, müsste man wieder eine neue Bohrung machen und würde bestimmt eine neue Fontäne erzeugen.

Das Naturphänomen, bei dem man mit Bohrungen etwas nachhelfen musste, bringt zunehmend Besucher in die Stadt am Rhein. Lange hat es gedauert, bis es soweit war. Der Geysir lag jahrzehntelang brach. Seit den 50ern war seine Austrittsstelle verschlossen. Seit 2009 ist die 3. Öffnung zugänglich und Touristen werden mit dem Schiff hierher gebracht.

Schiff für Schiff können die Besucher die ungewöhnliche Kohlensäure-Dusche begeistert anschauen. Sollte sich daran mal etwas ändern, kann man also in unmittelbarer Nähe den nächsten Schacht freibohren. Der Geysir in Andernach wird in der Zukunft lange eine Attraktion bleibenmit einer sehr alten Geschichte, die auf die Vulkane zurückzuführen ist.

 

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