|
Vulkane können auch heute noch jederzeit ausbrechen - auch in Rheinland-Pfalz. Welche Gefahr geht von den unterirdischen Magma-Kammern unter der Vulkaneifel aus
und wie haben Vulkane die Region geprägt?
Grüne Wiesen, sanfte Hügel, friedliche Dörfer – das ist die Vulkaneifel. Es wirkt, als sähe es hier schon immer so aus und als ob es
Mutter Natur mit diesem Fleckchen Erde immer gut gemeint hat. Doch halt – das war hier nicht immer so.
Diese Hügel sind keine natürlich gewachsenen Berge, sie entstanden durch die Ausbrüche von Vulkanen.
Und das ist gerade einmal 10.000 Jahre her. Zu der Zeit war die Eifel bereits besiedelt und die Vulkanausbrüche müssen einiges zerstört haben.
Hier kamen auch viele Menschen ums Leben. Ausbrüche gab es immer wieder, man konnte nicht vorhersehen, wann es so weit ist.
Das ganze endete erst mit der letzten Eiszeit.
Wer hier nur ewigen Frieden und Ruhe vermutet, der muss einmal genau hinschauen. Selbst wenn man auf der Autobahn durch die Eifel unterwegs ist,
kann man ringsum kleine Hügel sehen. Viele davon sind Vulkane. Sie sehen zwar anders aus, als beispielsweise der Vesuv, der Ätna und
andere hohe Vulkane, die man kennt. Aber ihre Gewalt ist ebenso gigantisch – WENN sie einestags wieder ausbrechen sollten.
Warum gibt es hier Vulkane, wie kommen die überhaupt hierher?
 In der Eifel gibt es 2 Vulkanfelder, das der Ost- und das der Westeifel. In diesen Feldern befindet sich Magma. Wo dieses herkommt,
ist bis heute nicht eindeutig geklärt. Eine Möglichkeit wäre, dass es unter der Eifel stabile Fördersysteme gibt. So etwas tritt mehrfach
auf der Welt auf. Hier wird Magma aus den Tiefen des oberen Erdmantels an die Erdoberfläche befördert und der Nachschub bricht nie ab.
Was dann passiert, gilt als erwiesen und funktioniert überall gleich. Das Magma, das in Richtung Erdoberfläche gepumpt wird, braucht Platz
und will drückt gegen die Erdoberfläche. Hier bilden sich kleine Risse, die von außen keiner sieht. Wenn das heiße Material dann aber auf
Grundwasser trifft, verdampft es schlagartig und verursacht so heftige Wasserdampf-Explosionen. Die Stein- und Sandschicht über dem
Explosionsherd wird zertrümmert und schießt zusammen mit der heißen Lava schnell in die Höhe. Gigantische Rauchwolken sind die Folge.
In der Umgebung wird alles weggebrannt und das umherfliegende Gestein tut sein Übriges zur Zerstörung. Rund um den Vulkan bildet sich
dann ein Ring von liegengebliebenem Gestein. Die Wände der neu geschaffenen Schlucht sind so steil, dass sie teilweise in sich zusammen
brechen. Hier haben wir dann ein Loch, das teilweise mit Steinen und Staub zugeschüttet ist, aber auch einen Krater hinterlässt (siehe Animation).
In der Eifel befinden sich 240 solcher Krater. 59 davon haben sich mit Grund- oder Regenwasser gefüllt und sind heute landschaftlich ansehnliche Seen, die wir Maare nennen. Der Begriff Maar stammt übrigens aus der Mundart der Eifel und ist vom Meer abgeleitet. Die Bezeichnung wird für diese
Wassergräben mittlerweile weltweit in der Fachsprache benutzt.
Besonders heftig war der Ausbruch des Laacher Vulkans, der zugleich auch das Ende aller Ausbrüche in der Eifel andeutete. Das heißt jedoch
nicht, dass die Osteifel nun ruhig ist. Die vulkanischen Herde unterhalb der Eifel geben immer noch Gase ab, z.B. Kohlendioxid. Es steigt
aus dem Gestein im Boden heraus. Wenn es ins Grundwasser gelangt, löst es sich. Besonders in den Tälern der Osteifel gibt es daher stark
kohlendioxid-haltige Quellen. Das ist nichts Ungesundes, denn daraus kommt die Kohlensäure für unser Mineralwasser. Kein Wunder, dass eineganze Menge von Mineralwassser-Herstellern aus der Eifel kommen.
 Der Laacher See ist heute der größte See in Rheinland-Pfalz. Noch heute steigen hier CO2-Blasen aus über 50 Metern Tiefe an die Oberfläche,
die am Nord- und Ostufer für jeden Besucher sichtbar sind. Das Wasser hier ist Grundwasser, es gibt keinen natürlichen Abfluss in einen
Bach oder Fluss. Im Gegensatz zu den anderen Seen ist er eigentlich kein Maar. Denn er entstand aus einem Vulkankegel, der in sich zusammen
gestürzt ist. Er ist der einzige mit Wasser gefüllte Vulkan dieser Art in Zentraleuropa.
Beim Ausbruch des Laacher Vulkans vor 13.000 Jahren wurde mehr Bimsstein ausgeworfen als bei allen Vulkanen der Eifel zusammen – Ablagerungen
der Explosion sind bis nach Schweden gesprengt worden. Die Gegend bis ins Rheintal wurde 7 Meter hoch mit dem Bimsstein bedeckt.
Die Talenge des Rheins wurde verstopft und der Rhein erstreckte sich als See vom Neuwieder Becken bis nach Koblenz.
Kann es solch einen verheerenden Ausbruch des Laacher Vulkans noch EINMAL geben? Vulkanologen und Geologen meinen, ja. Es werde mit hoher
Wahrscheinlichkeit wieder eine Eruption des Sees geben. Wann, weiß keiner genau.
Einen Ausbruch in der Dimension wie vor 13.000 Jahren hält man aber für nahezu ausgeschlossen. |