Natur aus der Flasche - wie wird Apfelsaft hergestellt?

Wie bei vielen Getränke- herstellern wird auch hier in Ramstein frischer Saft hergestellt. Es ist Direktsaft – es kommen also keine Zusatz-stoffe dazu. Die pure Natur. Die Früchte dazu bringen Leute aus der Region – meist aus eigenen Gärten. „objektiv“ war beim Safthersteller „Lösch´s“ in Ramstein zu Gast.

Während der Saison wird bei der Saftfabrik Fallobst sowohl von vielen Kleinanlieferern als auch mit Großraumcontainern von verschiedenen Sammelstellen abgeliefert. Ja, Privatleute können hier das Obst aus ihrem Garten anliefern und werden entweder mit Geld oder mit fertigem Saft bezahlt.

In der Großregion um Landstuhl gibt es auch Sammelstellen, zu denen die Ernte gebracht werden kann. Dorthin kommen die LKWs, um die Früchte abzuholen. Vor allem Äpfel und Birnen kommen aus heimischen Gärten mit dem Lastwagen hier auf den Hof und werden erst mal gelagert, bis sie dran sind. Die Äpfel müssen nämlich Schlange stehen in einer langen Kette von Arbeitsprozessen, bis sie zu einem leckeren und natürlichen Saft werden. Es gibt in Deutschland nicht nur 30-40 verschiedene Apfelsorten, sondern insgesamt über 3000 Obstsorten.

Zu 95% wird hier Fallobst verwendet. Das wächst auf hohen Stämmen, wird nicht gepflückt und wird vorher auch nicht mit Pestiziden oder Mineraldünger behandelt. Äpfel aus Plantagen werden nur für Mischsäfte wie Apfel-Mango benutzt. Obst, das bereits vom Baum gefallen ist, hat einen höheren Säureanteil. Da die Mango auch viel Säure hat, wäre dieses Getränk nicht süß genug, also benutzt man hierzu Äpfel, die auf der Plantage mit niedrigen Stämmen gepflückt werden, an die man einfach dran kommt.

Das Kernobst wird in einen kleinen Bachlauf gerollt und schwimmt dort langsam zum Eingang des Gebäudes. Schmutz wird hier schon mal in der Spirale aussortiert und dann wird das vorgereinigte Obst hoch auf das Förderband gebracht.

Vor dem ausführlichen Waschen wird es dann über ein Rollenausleseband gefördert. Hier steht einer der Mitarbeiter, der weiteren Schmutz wegsortiert. Vor allem sortiert er aber die Äpfel aus, die nicht mehr schön sind und nicht gut schmecken würden. Nur leckeres Obst darf in den Saft. Viele dieser Apfelarten kommen übrigens nur im Südwesten Deutschlands vor.

Der Waschvorgang geschieht in einem sogenannten Elevator. Dies ist eine Vertikalförderschnecke mit angebautem Einlaufbehälter. Die Früchte werden mit der Schnecke im Kreis den Turm hoch befördert, ausführlich mit Wasser bespritzt, gesäubert und fallen auf der anderen Seite vom Ausleseband in das Wasserbad des Elevatorbehälters.

Nach dem Waschen kann das Obst nun zu einer gut pressbaren Maische gemahlen werden.
Dabei werden die Äpfel durch einen rotierenden "Schläger" über 20 darum angeordnete Rätzmesser gedrückt und somit zu einem Brei zerkleinert. Nach dem Mahlen wird die Maische sofort durch eine Pumpe zur Bandpresse gefördert. Dort wird sie zwischen zwei breiten Kunststoffbändern eingeklemmt und durch immer enger werdende Presswalzen transportiert und schließlich ausgepresst.
Der ausgepresste Saft wird dann über ein Drehsieb von mitgeschwemmten groben Fruchtbestandteilen getrennt und der weiteren Verarbeitung zugeführt.
Wie beispielsweise bei den Trauben gibt es auch bei den Äpfeln den sogenannten Trester, das sind die Reste des Obstes, in denen kein Saft mehr drin ist. Diese Reste werden abgeholt und an Tiere auf dem Bauernhof verfüttert. Der gesiebte Saft wird dann noch durch eine Zentrifuge gepumpt. Dabei werden mittelgrobe Fruchtbestandteile, welche das Vorsieb noch passieren konnten, durch Zentrifugalkraft ausgeschleudert und ausgeworfen. Da ein reiner Fruchtsaft nicht mit Konservierungsmitteln versetzt sein darf, muss auf andere Art und Weise dafür gesorgt werden, dass keine Bakterien überleben können.
So wird der Saft hoch erhitzt. Je nach Fruchtart kann das unterschiedlich lang undheiß sein. Beim Apfelsaft sind es nur etwa 15 Sekunden, die er bei 80-90 Grad aushalten muss, danach wird er sofort zurückgekühlt und kalt unter sterilen Bedingungen in die Edelstahl-Tanks eingelagert. Der Geschmack und die Inhaltsstoffe müssen zwischendurch nicht kontrolliert werden. Wo künstliche Produkte aufeinander treffen, sollte das Verhältnis der Zutaten zueinander immer konstant bleiben. Aber hier beim Direktsaft ist nichts anderes drin als die Frucht, es gibt also auch nichts zu überprüfen, was nicht anfangs schon von Menschenhand aussortiert worden wäre. Erntesaison ist nur im Herbst, doch auch während des Rest-Jahres ist das 9-köpfige Team rund um Helmut Lösch  beschäftigt.

ist groß. Schließlich hat jeder einen anderen Geschmack und auch der Nutzen für die Gesundheit ist bei verschiedenen Saftsorten unterschiedlich. Der naturtrübe Apfelsaft enthält beispielsweise fünfmal so viel gesundheitsfördernde Stoffe wie ihr klarer Abkömmling, haben Forscher der TU Kaiserslautern entdeckt. Denn er hat Inhaltsstoffe, die gegen Krebs oder Herzerkrankungen vorbeugen.

Wirkliche Naturprodukte sind nach wie vor angesagt. Je mehr Billigwaren mit künstlichen Inhaltsstoffen in Discountern gekauft werden, desto mehr ist auch das Interesse an Produkten da, die noch komplett naturbelassen sind. Gut dass sich der Betrieb vor 5 Jahren vergrößert hat.

So entstehen nachts unsere Backwaren (Video)

 
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