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Lauter Donner kommt vom Himmel und erschüttert die Erde. Der Himmel leuchtet auf und wird in blitzeseile wieder dunkel. Ein faszinierendes Naturschauspiel, aber auch ein ganz gewöhnlicher Vorgang. Aber einer der zunimmt, genauso wie andere unerwünschte Phänomene des Wetterwandels. Und er macht vielen Menschen Angst: der Blitz und Donner – das Gewitter. Wie entsteht Gewitter und haben viele von uns zurecht Angst davor?
Täglich werden weltweit rund 4 Millionen Gewitter registriert. Viele davon bekommt man gar nicht mit und nur ein Drittel der Blitze treffen die Erde. Die Anderen entladen sich nur von Wolke zu Wolke. Experten gehen davon, dass die Häufigkeit von Gewittern mit dem Klimawandel zunimmt. Sie schätzen, dass mit jedem Grad der Erderwärmung die Anzahl von Blitzen um etwa zehn Prozent steigt.
Oft gibt es zuerst eine elektrische Entladung. Die Temperaturunterschiede sind zu groß, wenn beispielsweise die Sommersonne auf den Boden scheint und dort für Hitze sorgt, der Himmel aber wesentlich kühler ist. Es wurde zu schnell warm. Und deshalb gibt es ein Wärmegewitter. Die Sonne bringt Seen und das Wasser aus Pflanzen und der Erde zum verdunsten. Die feuchtheißen Luftmassen steigen nach oben und bilden dort Wolken, die sich wie ein Turm aufstapeln. Dieser Wolkenturm aus warmer Luft kann um die 10 km hoch sein! Die kalte Luft, die schon vorher dort oben war, ist aber schwerer als die warme Luft. Sie schiebt sich unter die warmen Wolken. Durch Wasserdampf, der kondensiert, bilden sich zuerst Quellwolken.
Wieso regnet es während des Gewitters oftmals?
Die aufsteigende warme Luft trifft in kältere Sphären als hier unten auf der Erde. So bilden sich hier kleine Wassertropfen oder Eiskristalle, die immer weiter nach oben steigen und gegebenenfalls gefrieren. Zuerst werden diese durch den Aufwind oben gehalten. Irgendwann werden die Wassertropfen dann aber so schwer, dass sie von den Aufwinden nicht mehr gehalten werden können – sie fallen als Regentropfen oder Hagelkörner auf die Erde.
Die Eiskristalle steigen durch die Aufwinde schneller in die Höhe als Wassertropfen. So wird eine Spannung der Geschwindigkeiten erzeugt. Die Spannungsdifferenzen zwischen Himmel und Erde führen somit zur elektrischen Entladung.
 Bei dieser wird ein sogenannter Blitzkanal geschaffen, also noch nicht der Blitz selbst. Die Luft wird hier 5x so heiß wie die Oberfläche der Sonne: rund 30.000 Grad Celcius. Durch den Kanal fließt oft ein Leitblitz mit bis zu 1 Million km/h auf die Erde und der Hauptblitz geht dann von der Erde aus wieder zurück in die Wolke.
Wieso ist der Blitz nicht nur hell, sondern auch noch so furchtbar laut?
Diese plötzliche Erwärmung der Luft im Blitzkanal auf 30.000 Grad Celcius führt dazu, dass sich die Luft unglaublich schnell ausdehnt – wie bei einer Explosion. Der Donner kommt aber nicht gleichzeitig mit dem Blitz bei uns an. Warum? Weil einfach das Licht eine höher Geschwindigkeit hat als der Schall. So braucht der Donner länger, um zur Erde zu kommen. Anhand des Abstandes zwischen Blitz und Donner können wir abschätzen, wie weit das Gewitterzentrum von uns entfernt ist. Der Schall legt in drei Sekunden etwa einen Kilometer zurück. Beträgt die Zeit zwischen Blitz und Donner 3 Sekunden, ist das Gewitter nur 1 km von uns entfernt.
Wie schützt man sich am Besten vor dem Gewitter?
Absolut sicher vor Blitzen ist man in Autos oder Bahnwaggons, denn hier ist man von einem Metallgehäuse umgeben – der sogenannte Faradäische Käfig. Aber auch in Häusern ist man vor dem Blitz in der Regel sicher. Draußen sollte man sich nicht aufhalten. Aufkommender Wind kann Äste abknicken lassen, von denen man getroffen wird. Das Unwetter kann zu Steinschlag an Felswänden kommen oder Ziegeln kommen vom Dach und erschlagen einen Menschen. Auch offenes Wasser ist gefährlich, da Wasser ein guter Blitzleiter ist. Freibäder sind auch deshalb bei Unwettern gesperrt. Sobald ein Gewitter in der Nähe sein könnte, sollte man also rechtzeitig nach Schutz suchen und aufmerksam den Wetterservice im Radio hören oder im Internet nachlesen. Auch ein völlig natürliches Phänomen kann Leben zerstören. |