Der größte Wald Europas - wie der Pfälzer Wald entstand

Der Pfälzer Wald ist als der bewaldete Teil der Pfalz die südwestliche Region unseres Bundeslandes. Bevor die heutige Landschaft dort so aussah wie heute, ist viel passiert. Wieso ist hier der größte Wald Europas entstanden? Und was sagen uns Muscheln im Gestein über die Vergangenheit der Pfalz?

Vor 300 Millionen Jahren zog sich das Variszische Gebirge durch große Teile Europas. Dieses große Gebirge entstand dadurch, dass die Kontinentalplatten Europas und Afrikas aufeinander gestoßen waren und so Berge angehäuft wurden, da die Landmasse nach oben gedrückt wurde. Etwa 100 Millionen Jahre später hatte sich das Land wieder gesenkt. Was hier entstand, nennt man Germanisches Becken. Von nun an konnte sich nach und nach Buntsandstein ablagern, den wir heute noch in vielen Teilen des Pfälzer Waldes sehen können.

Das Europäische Mittelmeer legte sich damals auch über die heutige Pfalz, wovon viele Muscheln und Kalkablagerungen zeugen, die den Buntsandstein schließlich bedeckten. Aufgrund dieser verschiedenen Schichten spricht man auch vom süddeutschen Schichtstufenland.

Teile der Ablagerungen wurden jedoch wieder abgetragen, als sich das Land vor etwa 180 Millionen Jahren erneut hob. Durch Erosion wurden mehrere hundert Meter der Sedimentschicht abgetragen. Im Osten des Pfälzer Waldes und im Haardgebirge bei Neustadt an der Weinstraße kann man teilweise noch heute Muschelkalkablagerungen finden. In der Westpfalz baut der Boden eher auf dem Buntsandstein auf, der sich vor über 200 Millionen Jahren hier langsam gesammelt hatte. Unsere Großeltern haben damit teilweise noch Häuser gebaut.

Vor etwa 45 Millionen Jahren, wie Wissenschaftler schätzen, brach der Oberrheingraben ein, wobei es zur Bildung einer Tiefebene kam. Der tiefe Graben füllte sich wieder langsam mit Fluss- und Meeressedimenten. Vor 20 Millionen Jahren ging nämlich noch die Nordsee bis in die Pfalz und zum Tal des heutigen Oberrheins. Noch heute ist das Land dort sehr fruchtbar. Der Einsturz des Oberrheingrabens trennte den Pfälzer Wald vom Odenwald und dem Schwarzwald. Tektonisch aktiv ist der Grabenbruch noch heute, was gelegentliche leichte Erdstöße in der Vorderpfalz zur Folge hat.

Der Pfälzer Wald gilt heute als das größte zusammenhängende Waldgebiet Europas und hat eine Fläche von fast 180.000 Hektar. Dort gibt es also tatsächlich viel Wald, aber an den Rändern auch einige freie Flächen, die teilweise noch zur Landwirtschaft genutzt werden. Bedeutender ist jedoch der Wald an sich. Hier gibt es noch einige Forsthäuser, denen jeweils ein großes Waldgebiet zugeteilt ist. Gerade vor wenigen Jahren gab es eine Reform, bei der mehrere Forstbezirke zusammengelegt wurden. Die noch bestehenden Forstämter sind also für eine recht große Fläche zuständig. Dabei gibt es hier allerlei Schützenswertes: Tierarten und Pflanzen.

 

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