|
Eine historische Tour durch den Heimatort. Seit über zwei Jahren führt Erika Collofong Kinder durch ihren Heimatort Otterbach in der Westpfalz. Wir durften mit dabei sein.
Der kleine Ort am gleichnamigen Bach hat seine eigene Verbandsgemeinde und einen Nachtwächter für Erwachsene sowie die Nachtwächterin für Kinder – was macht die Nachtwächterin? Sie erklärt Kindern die Geschichte des Ortes und wandert mit ihnen zu den jeweiligen historischen Stätten. Zu einem Kindergeburtstag hat sich eine Gruppe Kinder angemeldet, die auch die Eltern des Geburtstagskindes und die Oma mit dabei haben. Da viele bedeutende Personen in der Geschichte eine Rolle spielen, verkörpert jedes Kind eine der Figuren: Kaiser Barbarossa, Pfalzgraf Casimir oder auch einfache Leute aus dem Volk. Sogar die Eltern machen hier mit und haben sich ihr Kostüm ausgewählt. Wenn sich alle in ihrem Kostüm wohlfühlen und Fotos davon gemacht wurden, darf die Wanderung beginnen. Vom Gebäude der Verbandsgemeinde aus geht es los durch den Or
Nach wenigen hundert Metern sind die Kinder im Park angekommen. Von hier aus sieht man schon die Kirche, die man später noch besuchen wird. Doch erst geht es entlang des Otterbachs durch die Grünanlagen, bis man ein schönes Plätzchen zum Hinsetzen findet: die erste Station. Hier erzählt die Nachtwächterin einiges über die Geschichte des Ortes und die Kinder bekommen einen Fragebogen, auf dem sie an jeder Station eine Frage beantworten müssen. Los geht es erst einmal mit einer einfach Frage und mit der richtigen Antwort der Kinder. Dann spricht man über das Wappen Otterbachs, das die Kinder dann ausmalen dürfen. Natürlich findet man in dem Wappen einen Otter, aber auch ein Eichhörnchen. Das ist das Wappentier des benachbarten Klosters von Otterberg und schließlich ist auch der Bach auf dem Ortswappen zu sehen.
Früher wurde das Wasser an der Sambacher Mühle gestaut. Damit wurde die Ölmühle angetrieben, deren Mühlsteine hier nachempfunden werden. Zum Sonnenuntergang geht es nun weiter zum ältestes Haus Otterbachs – es stammt von 1790 und ist nach dem früheren Bürgermeister Kipper benannt. Auch hier erfährt man einiges über die Geschichte und es gilt wieder, eine Frage zu beantworten. Sogar auf privatem Grund dürfen die Kinder historische Punkte besuchen, bevor es schließlich in die Kirche geht.
Kirche? Da stehen lauter Motorräder. Naja, es war mal eine evangelische Kirche, die dann 5 Jahre lang leer stand und heute ein Motorradmuseum ist. Neben dem bekannten Fußballschiedsrichter Markus Merk kommt aus Otterbach auch noch ein Motorradrennfahrer: Heinz Luthringshauser, der 1997 ums Leben gekommen ist, hatte dieses Museum gegründet . Nach und nach füllte es sich mit einer bedeutenden Motorradsammlung aus über 80 Jahren Zweiradgeschichte. Bekannte Marken sind hier zu finden wie BMW, NSU, Opel, Zündapp, aber auch Italiener und Japaner.
Als die Kinder dann aus dem Museum kommen, ist es bereits dunkel. Zeit, die mitgebrachten Lampen anzuzünden. Hier geht es nun weiter durch den Ort, in Reih und Glied, damit kein Kind in der Dunkelheit verloren geht. Man hat ja die Nachtwächterin dabei, die passt schon auf. Schließlich hat sie selber Kinder.
Die letzte Station wird die Katholische Kirche Mariä Himmelfahrt sein. Hier will Erika anhand eines Modells zeigen, wie die frühere Kirche aussah, die heute nicht mehr steht. Die Besucher haben Glück, denn heute kommt der Pfarrer persönlich vorbei und bringt den Schlüssel. Am liebsten würde Pfarrer Weißmann stundenlang über die Kirche, ihre Geschichte und Bedeutung erzählen, aber es wird dann doch langsam spät. So reicht ein kleiner Besuch im Gotteshaus, das im Dunkeln schon eine besondere Atmosphäre bietet, vor allem wenn rund um die Uhr hier die Kerzen brennen. Doch dann wird es Zeit für den Spaziergang zurück zum Haus der Verbandsgemeinde und die Kinder werden die handgeschneiderten Gewänder der Vergangenheit wieder los und finden zurück in die Gegenwart. Jeder darf sich noch ein kleines Abschiedsgeschenk nehmen und bekommt schließlich eine Urkunde für die Teilnahem an der Führung und weil alle ihre Fragen richtig beantwortet haben. Für die Kinder war es ein Erlebnis und die Nachtwächterin freut sich bereits auf die nächsten Kinder, die mit ihr durch die Geschichte des Ortes reisen.
Anmeldungen sind möglich beim Touristik Pavillon Otterbach, Konrad-Adenauer-Str. 19, 67731 Otterbach. Telefon: +49 (0)6301 6 07 260
|