Aus Zweibrücken in die Luft gehen

Neben dem Hahn gibt es auch in Zweibrücken einen ehemaligen Militär-Flughafen, der heute für zivile Passagiere und Fracht genutzt wird.

 

Der ehemalige Militärflughafen in Zweibrücken wird seit dem Abzug der amerikanischen Truppen 1991 für verschiedeneProjekte genutzt.Ein Teil davon ist das große Style Outlet, das in über 100Läden Designermode aus der Vorsaison und Musterkollektionen wesentlich günstiger verkauft. „The Style Outlets“ ziehenKunden aus einem Umkreis von 200 km nach Zweibrücken. Seit 2001 waren das schon über10 Millionen Kunden.Anfangs gab es Streit mit den Nachbarstädten Homburg und Pirmasens, die befürchteten, dass das DOZ die Kunden aus den Innenstädten heraus holt. Die Klagen wurden aber aufgegeben und die Befürchtungen hatten sich größtenteils nicht bewahrheitet. In Zweibrücken geht man sogar davon aus, dass das Center auch Touristen in die Innenstadt lockt.

Hinter dem Modecenter haben sich etliche Firmen angesiedelt. Neben einer Eislaufhalle, die schon zu Zeiten der Armee hier benutzt wurde, haben sich viele Firmen aus der Computer- und Technikbranche angesiedelt.

Den größten Gewinn für die Region erhofft man sich jedoch langfristig vom Zweibrücker Flugplatz, der nun für zivile Flüge genutzt wird. Ende der 90er-Jahre gab es bereits Verbindungenvon Zweibrücken nach Mallorca, die aber nach kurzer Zeit wieder eingestellt wurden. Auch etliche weitere Verbindungen blieben kurzzeitig und wurden von der Fluggesellschaften wieder gekappt – die Auslastung war nicht lohnend. Im Jahr 2010 nutzten noch immerhin 264.000 Passagiere den Flughafen Zweibrücken.

Die Rollbahn wird nicht nur für große Flieger genutzt. Auch Freizeitflieger nutzen das Gelände und für eine angrenzende Maschinenfabrik dient die Landebahn des Öfteren als Testgelände für Raupen und mobile Kräne. Dies war jedoch in der Vergangenheit noch mehr möglich, als noch nicht viele Flugzeuge hier unterwegs waren.

Ein anderes Konversionsprojekt des Landes Rheinland-Pfalz, der Flughafen Hahn, bringt es pro Jahr schon auf knapp4 Millionen Reisende. Als einziges Bundesland hat Rheinland-Pfalz ein eigenes Konversionsprogramm für ehemalige Militärgelände aufgelegt. Bisher wurden weit mehr als eine Milliarde Euro in die Umwandlung ehemals militärisch genutzter Liegenschaften investiert. Das sind neben den Flughäfen Zweibrücken und Hahn beispielsweise auch der Flugplatz in Bitburg mit Industrie- und Gewerbepark sowie der PRE-Park in Kaiserslautern oder die Universität in Koblenz.

In Zweibrücken wurde im April 2007 die neue Abfertigungshalle in Betrieb genommen. Außerdem verfügt der Flugplatz Zweibrücken neben einem neuen Landesystem über alle modernen Sicherheitseinrichtungen und technischem Gerät zur Flugzeugabfertigung. Ein eigener Polizeiposten ist inzwischen auch hier.

Die Westpfälzer hoffen nun, dass es weitere Flugverbindungen in Urlaubs- und Geschäftszielegibt, sodass man schneller in die Ferien kommt und neue Arbeitsplätze hier entstehen. Im Falle des Hahn-Airportssind schließlich bereits rund 3.000 Mitarbeiter rund um den Flugplatz eingestellt worden.In Zweibrücken spricht man auch von rund 1.800 Arbeitskräften auf dem ehemaligen Militärgelände, die jedoch größtenteils nichts mit dem heutigen Flughafen selbst zu tun haben.

Mit der Bundeswehrstrukturreform wird Rheinland-Pfalz erneut vor einem Umnutzungs-Problem stehen. Das Militär wird weitere Gelände im Land aufgebenmüssen. Davon sind besonders die Städte Koblenz und Trier sowie die Verbandsgemeinden Hermeskeil, Mendig, Rheinböllen und Westerburg betroffen. Auch die US-Streitkräfte haben bis 2012 weitere Liegenschaftsfreigaben angekündigt. So ist damit zu rechnen, dass die Präsenz der US-Army um rund 20 Prozent verringert wird. Dies würde voraussichtlich einen Abbau von circa 13 000 amerikanischen Stellen sowie den Arbeitsplatzverlust für rund 1 700 Zivilangestellte bedeuten.

Nun gilt es abermals, kreativzusein. Denn wie will man immer mehr ehemalige Militärgelände  neu nutzen, wenn das Land immer weniger Einwohner hat?

 
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