Erster Nationalpark in Rheinland-Pfalz

In Rheinland-Pfalz soll noch während dieser Legislatur ein Nationalpark entstehen. Doch es gibt entschiedene Gegner. Was spricht dagegen und was bedeutet es konkret, wenn der Wald zum Nationalpark wird?

 Zurück zur Naturerleben, wie natürliche Wälder aussehen und sich entwickeln. Die Wälder um uns herum gelten zwar alle als freie Natur, aber keiner davon ist sich selbst überlassenUnsere Wälder dienen der Forstwirtschaft, alle sind geplant, werden genutzt. Baumarten, die sich gut verkaufen lassen, werden gepflanzt und Jahrzehnte später wieder gefällt. Ein Kreislauf für die Wirtschaft. Nebenbei auch ein Erholungsraum für Menschen und der  Lebenraum für die meisten unserer Tierarten.

Wirtschaft und Nutzung für Menschendas wäre dann vorbei, wenn wir einen Nationalpark haben. Werden dann die Waldarbeiter auf einmal arbeitslos? Das Einrichten eines Nationalparks dauert mehrere Jahrzehnte lang. Firmen aus der Holzindustrie können einerseits also über lange Zeit ihre Gebiete verschieben. Andererseits handelt es sich nur um verhältnismäßig kleine Flächen. Ein Großteil unserer Wälder würde also nach wie vor gepflegt und bewirtschaftet.

Die Bundesrepublik hat 14 Nationalparks. Ausgerechnet in Rheinland-Pfalz, dem Land mit den meisten Wäldern, gibt es aber noch keinen. Wildkatzen, Störche, seltene Kräuter könnten hier ihren Platz finden, denn in den bewirtschafteten Wäldern bleiben sie nicht sich selbst überlassen und haben dadurch nicht genügend Lebensraum. Wo abgestorbene Bäume sich selbst überlassen werden, entstehen schöne Brutplätze für seltene Tiere. Das wird auf kleinem Raum sogar schon in manchen Wirtschaftswäldern praktiziert. Aber eben nur auf wenigen Quadratmetern und selbst hier sieht man schon, dass sich die Tiere wohlfühlen.

In Nationalparks können wir beobachten und untersuchen, wie Pflanzen wachsen, wenn der Mensch nicht eingreift. Als Besucher sind wir aber willkommen in den naturbelassenen Wäldern. Die Luft soll hier besonders gut sein, keine Forstgeräte stören die Ruhe – die Landesregierung führt sogar das Anlocken von Touristen als Argument für die Nationalparks da. Doch gibt es schließlich bereits 14 solche Wälder in Deutschlandzieht das wirklich den Tourismus an und brauchen wir einen weiteren Wald zum forschen? Das einzelne Forstamt vor Ort wird hier bestimmt Möglichkeiten finden, die naturbelassene Landschaft zu beobachten und zu untersuchen, um hautnah Tipps für den Wirtschaftswald zu übernehmen.

Buchenwälder gibt es weltweit nur in Zentraleuropa und genau solche sind es, die bei uns im Land geschützt werden könntensie gelten als die grüne Lunge unseres Kontinenten. Welcher Wald in Rheinland-Pfalz es sein wird, werden wir bald erfahren. Die Wälder rund um Idar-Oberstein und den Hochwald sieht Grrenpeace als ungeeignet an, da es dort zu wenige naturnahe Laubwälder gebe und die Waldflächen zu zerschnitten seien. Das Umweltministerium sieht das anders. Im Pfälzerwald zum Beispiel wehrt sich der Landkrei – man will hier die Forstwirtschaft in vollem Umfang erhalten. Der Landkreis Birkenfeld dagegen hätte gerne die image-trächtige Auszeichnung. Es klingt schon gut: Nationalpark Soonwald, Nationalpark Hochwald oder Nationalpark Idarwald – gut fürs Image in unserem Natur- und Wanderland.

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