17:30 live hinter der Kamera

Tagesaktuelles Fernsehenda kann man nicht wochenlang vorher das Programm planen, sondern alles wird am Tag der Ausstrahlung erst gedreht. Wir haben hinter die Kulissen des Sat.1 Regionalmagazins geschaut.

 Schnell muss ein sinnvoller Text geschrieben werden, der sogenannte Off-Text. Der heißt so, weil der Text nicht während des Drehs aufgezeichnet wurde, sondern im Nachhinein aus dem Off dazu gesprochen wird. Wie lange der Text jeweils sein darf, wird getestet. An diesem Tag waren die Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz noch nicht entschieden. Klöckner und Beck wurden auf Wahlkampf-Tour getrennt voneinander begleitet und so sitzen 2 Redakteure an einem gemeinsamen Beitrag, passen ihren Text entsprechend an und sprechen ihn später in der Ton-Kabine ein.

Am benachbarten Schnittplatz wird gleichzeitig schon mal der Themenüberblick vorbereitetwährend die Beiträge noch gar nicht fertig geschnitten sind. Jederzeit könnte noch ein aktuelles Thema reinkommen und dann bleibt bei den vorhandenen Beiträgen nichts mehr, wie es war.

Eine Stunde vor der Live-Sendung bespricht das Team, welche Kamera-Einstellungen es geben wird und wann die Moderatorin wo steht. Bei dem eingespielten Team läuft die Probe in 2 Minuten ab. Aufgeregt ist die Moderatorin Susanne Kripp nicht, denn auch sie moderiert die Sendung ja jeden Tag – im wöchentlichen Wechsel mit Markus Appelmann. Susanne Kripp freut sich sogar, wenn ein aktueller Beitrag so spontan reinkommt, dass sie improvisieren muss. Das sei das “Sahneschnittchen” für sie, wie sie uns verrät.

Der Regiesseur erhält in den Stunden vor der Sendung jede Menge Telefonateirgendwas ändert sich immer und es muss sichergestellt werden, dass der Gast auch kommt, denn der ist noch nicht da. Jeden Tag werden auch Filmaufnahmen aus dem Archiv benötigt. Hier stapeln sich 10 Jahre Regionalmagazin – so kann kein Politiker behaupten, das habe er nie gesagt. Welches Thema wo gespeichert ist, wird im Büro des Archivs in Listen festgehalten.

Der Gast trifft mittlerweile ein und kommt direkt in die Maske. Es ist heute der Staats-Sekretär Martin Stadelmaier. Der Chef der Staatskanzlei hat es nicht weit ins Mainzer Studio. Nach der Maske wird er gleich auf der Couch hinter den Kulissen IM Studio sitzen, während die Sendung im Regie-Raum gestartet wird. Punkt 17.30 Uhr geht es los – schließlich heißt die Sendung so. In vielen anderen Bundesländern läuft zeitgleich ein anderes Regionalmagazin.

Die Untertitel, sogenannte Bauchbinden, werden bereits für die nächsten Interview-Partner vorbereitet und auf Zuruf eingeblendet. Zwischen jeder Moderation werden die Kameras verschoben und Susanne Kripp schaut eventuell in eine andere Kamera. Die Pfälzerin hat bei der Moderation immer die Zeit im Blickfeld, damit sie nicht zu lange spricht.

Nun ist es Zeit für den Interviewpartner und die Moderatorin teilt sich den Tisch mit dem Staatssekretär. Politiker aus dem Mainzer Landtag kommen hier öfter her, denn viele Themen werden im deutschlandweiten Fernsehen nicht behandelt – hier ist aber Platz dafür, was im Land passiert.

Punkt 17.54 ist die Sendung dann zu Ende. Das letzte Wort muss gesprochen sein, denn das deutschlandweite Sat.1 wird nun wieder zusammengeschaltet. Im Studio wird aufgeräumt und alle Redakteure haben auch nach der Live-Sendung noch mal eine Konferenz. Es wird besprochen, was gut war, was schlecht war. Jeder Beitrag wird für sich noch mal behandelt.

Ein kleiner Rüffel vom Chef muss sein. Auch ansonsten gibt es offene Worte und jeder kann seine Meinung dazu sagen, wie die Beiträge aufgemacht waren und ob man das auf die Art und Weiße öfter machen sollte. Dass der Offene Kanal mit dabei ist, stört auch keinen.

Nach einem langen Tag geht’s nach Hause, damit man morgen früh wieder überrascht sein darf, welche Themen auf die Redaktion warten. Bis abends wieder das Land erfährt, was passiert ist – Punkt 17-30!

Das Video von unserem Besuch bei Sat.1 können Sie hier online sehen.

 
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