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Wieviele Menschen hält unser Planet aus? Die Deutschen werden zur Zeit weniger und wir sorgen uns darum, wer unsere Renten bezahlt. Global sieht das aber ganz anders aus. Die Bevölkerung wächst viel schneller als je zuvor und der Planet wird immer mehr mit dem Müll und den Abgasen durch unseren modernen Luxus belastet. Wie lange hält das die Erde aus und was können wir tun? Bringen zusätzliche Menschenleben die Erde zum Sterben?
Zu Beginn unserer heutigen Zeitzählung, in der Zeit von Jesu Geburt lebten auf dieser Erde 300 Millionen Männer, Frauen und Kinder. Bis daraus die doppelte Anzahl wurde, dauerte es 1.600 Jahre! Eine lange Zeit. Heute braucht es für die Verdoppelung der Erdenkinder nur 50 Jahre. Seit Beginn des vergangenen Jahrhunderts explodiert nicht nur die Anzahl der Menschen, sondern auch die Geschwindigkeit, mit der sie wächst. Mehr Leute auf dem gleichen Platz bedeutet einen erhöhten Bedarf an Platz. Der könnte NOCH das geringste Problem sein. Deutschland ist das am dichtesten besiedelte Land in Europa und noch haben wir genug Raum für Natur und Erholung rund um unsere Siedlungen. Viele Länder der Welt haben noch riesige freie Flächen, die nicht bebaut sind. Doch das hat seine Gründe. Lebensräume wie Sibirien oder tropische Teile Afrikas sind zum Leben sehr bedingt geeignet. Durch den Klimawandel wird, wie schon oft in unserer Geschichte, eine Völkerwanderung eintreten – dieses Mal vor allem von Südamerika nach Nordamerika und von Afrika nach Europa! Die Armen kommen also hoch zu uns in die reichen Länder und werden hier neuen Lebensraum suchen – und zwar noch in diesem Jahrhundert!
Immer mehr Leute brauchen immer mehr Nahrung
Und dazu braucht man sauberes Wasser, Flächen zum anbauen von Getreiden und zur Viehhaltung, sowie dementsprechend mildes Klima. Um aggressivem Klima entgegenzuwirken, werden oft Treibhäuser benutzt und man benötigt Energie zum kühlen oder wärmen. Daher sind die Preise für Lebensmittel immer mehr von den Energiepreisen abhängig und so werden die Nahrungspreise künftig stark schwanken. Je nach Wetter, Jahreszeit und aktuellem Ölpreis. Auch der Transport aller Produkte benötigt ja Öl und Benzin. Diese Preise kann man ebenso wenig voraussagen wie das Wetter. In Ländern der 3. Welt werden künftig mehr Güter hergestellt und auch gehandelt. Hunger wird trotzdem ein großes Problem bleiben. Aufgrund der stetig wachsenden Bevölkerung in Afrika sowie Krankheiten und Epidemien wird das Problem des Hungers dort sogar noch zunehmen. Weltweit leiden rund eine Milliarde Menschen an Hunger und Unterernährung. Es wird zwar viel angepflanzt und produziert, doch teilweise kommt das nicht bei den Armen an und sie können sich die teuren Lebensmittel noch weniger leisten als bisher.
Lebensmittel im Autotank
Wir dürfen dann nicht noch anfangen, unser Essen als Biokraftstoff in die Autos zu füllen. Gerade in armen Ländern geht so die Nahrung verloren. Autos die mit Strom fahren mögen im Auto selbst kein CO2 verbrauchen – jedoch muss der Strom vorher ja produziert werden und lässt den Bedarf an Strom in die Höhe schießen, wenn sich Elektrofahrzeuge durchsetzen. Und die gelten zur Zeit als die mittelfristige Lösung unseres Antriebsproblems bei Autos. Dabei hat man für unseren heutigen Stromverbrauch noch keine Möglichkeit gefunden, wie man ihn künftig befriedigen soll. Wenn alles reibungslos abläuft, mag Atomkraft da sauber sein, wo wir es selbst mitbekommen. Es gehört aber zu den unverantwortlichsten Entscheidungen des vergangenen Jahrtausends, ein Energiesystem einzuführen, von dem bis heute keiner weiß, was mit dessen Müll passieren soll – einem Müll, der alles Leben auf der Erde gefährden kann, wenn er überhand nimmt oder ein Unfall im Endlager oder auch schon davor passiert. Wir reden hier über atomare Strahlung, die nicht in hundert und auch nicht in 100.000 Jahren ungefährlich werden wird. Kohlekraftwerke, wie das Geplante und höchst umstrittene in Mainz, geben wieder extrem viel CO2 ab. Alternative Energien werden seit Jahren erforscht und erprobt. Aber noch will man sich die Nutzung vieler natürlicher Energiequellen einfach nicht leisten, denn die Herstellung von Solarzellen braucht auch sehr viel Energie und Windkrafträder will keiner in seiner Nähe haben, weil hier oft auch unhöhrbare Geräusche den Schlaf stören können: Frequenzen, die unsere Ohren gar nicht wahrnehmen – unser Körper kann aber sehr wohl darauf empfindlich reagieren. An vielen Stellen im Land wird geklagt, weil Bürger der Meinung sind, dass Windräder zu nah an den Wohngebieten stehen. Für unsere künftige Energieversorgung werden wir uns drauf gefasst machen müssen, einige an neuer Energiequellen zu nutzen. Strommasten auf Feldern und Dächern oder Satellitenanlagen am Balkon waren vor einigen Generationen auch undenkbar und gehören heute dazu – weil wir sie als Quelle zum Luxus brauchen.
Explosives Wachstum aufgrund medizinischen Fortschritts
Wieso wächst die Bevölkerung heute so schnell wie nie zuvor? Was ist passiert? Mit dem Einzug der Industrie änderte sich vieles für die Menschheit. Vor rund 200 Jahren begann der technische und medizinische Fortschritt und so war mehr Hygiene in Europa möglich, weniger Kindersterblichkeit und allgemein eine höhere Lebenserwartung. Dieser Trend ist inzwischen auch längst in ärmeren Ländern angekommen, während man in Europa keine Schar voll Kinder mehr für die eigene Altersvorsorge zeugt – was rein ökonomisch nicht das Verkehrteste wäre. Doch seit der Erfindung der Anti-Baby-Pille schaut man immer mehr auf die gute Erziehung und Schullaufbahn des einzelnen Kindes, als auf eine möglichst große Familie. Das Kind soll ideal auf das Berufsleben vorbereitet sein und den harten Wettkampf um Arbeitsplätze.
Alle Maßnahmen zur Geburtenkontrolle, wie sie in China und afrikanischen Ländern getestet wurden, zeigen erst nach Jahrzehnten ihre Wirkung. Und welche Mutter möchte sich schon vorschreiben lassen, wievielen Kinder sie das Leben schenkt.
Im Jahr 2050 sollen rund 9 Milliarden Menschen auf der Erde leben. Wissenschaftler sehen das Leben in Großstädten als das Wohnmodell der Zukunft. Seit dem Jahr 2008 haben weltweit mehr Menschen ihren Wohnsitz in einer Stadt als in Dörfern. Experten sehen darin auch interessante Chancen. Man hat kurze Wege zur Arbeit und öffentliche Verkehrsmittel können ideal ausgebaut werden. Gerade in armen Ländern kann die medizinische Grundversorgung in einer Großstadt besser gewährleistet werden. Und das gilt auch bei uns für die Versorgung mit allem: individuelle Lernmöglichkeiten und eine große Möglichkeit, Kultur zu nutzen. Gleichzeitig widerspricht der Trend aber dem Willen von Dorfbewohnern, ein größeres Freizeitangebot auf dem Land zu haben.
Wie geht es hier vor Ort weiter?
Die Möglichkeiten werden schon aus rein finanziellen Gründen in den Dörfern sinken. Auch Einkaufsmöglichkeiten und Ärzte gibt es hier immer weniger. In Teilen der Eifel wird man beispielsweise von fast jedem Hausarzt als neuer Patient abgelehnt, weil man dort keine Patienten mehr aufnehmen kann. Doch der Vorteil vom Land: man hat hier Möglichkeiten zur Erholung und Entdeckung der Natur, wie sie kein Stadtpark bieten kann. Doch überall, bei jeder Lebensform, wird man sich auf Veränderungen einstellen müssen. Und jeder Einzelne muss mitziehen, wenn er ein lebenswertes Umfeld haben möchte. Sei es in Großstädten, wo immer mehr Menschen leben – oder bei uns in Rheinland-Pfalz, wo das Land immer dünner besiedelt ist. Aussterben werden wir so schnell hier nicht. |